Erektionsstörung beim Mann:

Was tun, wenn das beste Stück streikt?

Verflixt noch mal: Da hat man(n) sich schon so auf den Sex gefreut, und dann streikt das beste Stück einfach. Erektionsprobleme sind keine Seltenheit, auch wenn Männer das nicht

Erektionsstörung beim Mann

 

immer wahrhaben wollen. Angaben der Stiftung Männergesundheit leidet jeder dritte Mann zwischen 40 und 50 Jahren an leichten bis mäßigen Potenzstörungen. Rund fünf Prozent der Männer sind sogar vollständig impotent. Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr hat sich die Zahl der schweren Fälle von erektilen Dysfunktionen mehr als verdoppelt. Die Studien zeigen: Mindestens zwei Drittel aller Männer werden im Laufe ihres Lebens mit Erektionsstörungen konfrontiert. Grund: In fortschreitendem Alter verringert sich die Elastizität des Bindegewebes am Penis. Auch die Produktion von Testosteron in Hoden und Nebennierenrinden nimmt bereits zwischen dem 30. und dem 35. Lebensjahr ab. Allerdings - und das ist die gute Nachricht: Man kann die Erektion trainieren!!

Als Faustregel kann man sagen: Falls in den letzten 3 Monaten über 30 bis 50 Prozent der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, frustrierend verlaufen sind, liegt vermutlich eine Erektionsstörung vor.

 

 

Was ist eine Erektionsstörung?

Medizinisch bedeutet eine erektile Dysfunktion, auch als Potenzstörung bzw. Erektionsstörung bezeichnet, die bestehende oder wiederholt auftretende Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen und/oder aufrechtzuerhalten.

 

 

Ursachen für die Erektionsstörung

Männer finden es sehr peinlich, wenn sie „keinen hoch bekommen“. Die Erektionsstörung muss aber nicht immer krankhaft sein! Es gibt eine ganze Reihe anderer Ursachen dafür. So zum Beispiel ist Stress jeglicher Art ist ein absoluter Erektionskiller. Partnerschaftsprobleme oder Stress im Job verhindern unbewusst eine Erregung oder die Aufrechterhaltung der Erregung. Dieser Erektionsverlust wirkt wiederum als Stress im Bett und damit schließt sich der Teufelskreis. Auch übertriebene Erwartungshaltungen und Leistungsdenken oder depressive Verstimmungen können als Liebeshemmer auftreten. Je jünger der Mann ist, desto eher spielt die Psyche eine Rolle. Und umgekehrt gilt: Je älter der Mann, desto eher liegen körperliche Ursachen zugrunde.

 

Wenn ein offenes Gespräch mit dem Geschlechtspartner keine Besserung bringt, kann ein Sex Life Coaching oder Sexualtherapie in meiner Praxis bei Frankfurt sinnvoll sein. Medikamente für die Potenz sind mit Nebenwirkungen behaftet und sollten nur eine vorübergehende Lösung sein.

Wenn Menschen extrem überlastet sind, Existenzängste haben, wenig Schlaf finden oder reizüberflutet sind, so ist die Lustlosigkeit und somit die Erektionsstörung vorprogrammiert.

 

Das größte Sexualorgan ist der Kopf! Dieser muss schon bei der Sache sein, damit die Lust im Hormonsystem und in den Schwellkörpern ankommt.

 

Es gibt aber noch weitere Ursachen: die Erektion des Mannes ist vom Unterbewusstsein, dem Parasympathikus abhängig. Dieses Nervensystem regelt unter anderem den Blutdruck. Genau das Vermögen, die Gefäße ordentlich regulieren zu können, ist für die Erektion sehr entscheidend.
Wer also unter Blutdruckproblemen leidet, hat entsprechend häufiger Probleme. Diese können noch durch blutdrucksenkende Mittel verstärkt werden. Bei vielen Erkrankungen wird die Steuerung der Gefäße mit beeinflusst, so z.B. bei fortgeschrittenem Diabetes mellitus.

Belastungen durch starkes Rauchen, Alkohol, Medikamente, Umweltgifte u.v.m. können auch die Gefäßspannung und Steuerung beeinflussen und zu Erektionsstörungen führen. Auch als Nebenwirkung von Prostata- und Blasenoperationen ist die Erektionsstörung bekannt (diese ist oft nicht reversibel).

Aber auch ein Mangel an Vitalstoffen kann zu Lust- und Erektionsstörungen führen. Wer wenig an der Sonne ist, unter Bewegungsmangel leidet, hat häufig ein Vitamin D- Mangel. Vitamin D ist wichtig für das Hormonsystem! Ein Mangel an Aminosäuren (aus Eiweißen), vor allen Dingen Mangel an der Aminosäure Arginin, kann zu Störungen in der Gefäßregulation führen und somit auch zu Erektionsstörungen.

 

 

Wie entsteht eine Erektion?

Die Entstehung und Aufrechterhaltung der Erektion ein sehr komplexer Vorgang. Viele Einzelvorgänge wirken dabei zusammen und gehen nahtlos ineinander über. Erst so können wir verstehen, was für eine stabile Erektion vonnöten ist und was im Körper vor sich geht.

  1. Sinnliche Reize werden im Gehirn aufgenommen und ausgewertet.
  2. Über das autonome Nervensystem werden Nervenimpulse vom Gehirn an den Penis gesendet.
  3. Neurotransmitter die an den Nervenenden freigesetzt werden, lösen eine komplexe biochemische Reaktion aus die die Schwellkörpermuskulatur erschlaffen lassen.
  4. In der erschlafften Schwellkörpermuskulatur entstehen Hohlräume, die nun mit Blut ausgefüllt werden können.
  5. Durch das einströmende Blut vergrößert sich der Penis. Der Schwellkörper ist von einer festen Haut umgeben. Durch die Ausdehnung werden die umgebenden Venen komprimiert und der Blutabfluss stark gedrosselt.
  6. Damit der Penis vollständig versteift, kommt es zu einer Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur und entsteht eine stabile, starke Erektion.

 

 

Erektion trotz Stress und Angst?

Nein, es ist ein Teufelskreis

Gerade in der heutigen Gesellschaft, die Männlichkeit mit Potenz gleichsetzt, ziehen neben rein organisch bedingte Erektionsprobleme in vielen Fällen auch psychische Probleme nach sich. Es kommt zur Minderung des Selbstwertgefühls, zu Versagensängsten, fehlender Lust auf Sex oder gar Depressionen. Der Kopf spielt dann eine große Rolle und die Erektionsstörungen verstärken sich. Es kommt zu einem Teufelskreislauf, aus dem sich scheinbar kein Ausweg findet. Beim Sex kommt es zu einer intensiven Selbstbeobachtung und wenn Probleme auftreten, kommen Stress und Angst hinzu – und die Erektionsstörungen treten verstärkt auf.

 

 

Erektionsstörungen bei jungen Männern

Auch bei den unter 40jährigen sind temporäre Erektionsstörungen keine Seltenheit mehr. Die Potenzprobleme sind bei jungen Männern oft einmalig und nicht von Dauer. Ursachen können psychische Belastungen wie im Job oder der Beziehung sein. Es kann allerdings auch organische Gründe für auftretende Impotenz geben.

Heutzutage werden die Anforderungen im Beruf immer höher. Viele junge Männer powern sich tagsüber aus und haben am Abend keine Energie mehr, um Sexualität zu erleben. Sie fallen nach der Arbeit todmüde auf die Couch bzw. ins Bett. In diesem Fall ist es kein Wunder, dass keine Erektion auftritt bzw. dass diese zu schwach ist, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr durchzuführen.

Um die Standfestigkeit des Penis sowie das Durchhaltevermögen während des sexuellen Aktes zu verbessern, eignet sich ein spezielles Training oder Körperarbeit besonders gut.

Gerade bei Männer unter 40 liegen die Erfolgschancen durch Training und ggf. Körperarbeit die Potenz nachhaltig zu verbessern bei über 90%!

 

 

Was könnte man noch tun?

Von mir nicht empfohlen, aber beim Thema Erektionsstörungen sollten alternative Möglichkeiten erwähnt werden.

Man könnte eine Erektionsstörung auch medikamentös behandeln. So können beispielsweise Phosphodiesterasehemmer eingesetzt werden, die eine verbesserte Durchblutung des Penis gewährleisten. Auch können verschiedene Medikamente die Erektionsfähigkeit auf chemischem Wege verstärken. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen zählen unter anderem Tadalafil oder Sildenafil. Üblicherweise werden sie so eine Stunde vorm Geschlechtsverkehr eingenommen, jedoch nicht häufiger als einmal in 24 Stunden. Teilweise verschreiben Ärzte diese Medikamente zur täglichen Einnahme in geringerer Konzentration.

Es besteht zudem die Möglichkeit der Autoinjektionstherapie. Dabei spritzt sich der Betroffene das Medikament kurz vor dem Geschlechtsverkehr selbst in den Schwellkörper des Penis. Alle Medikamente gegen Erektionsstörungen sind in Deutschland verschreibungspflichtig durch einen Arzt.

Neben den medikamentösen Therapie-Möglichkeiten gibt es auch mechanische Hilfsmittel, wie beispielsweise spezielle Vakuumpumpen, mithilfe derer eine Erektion erzeugt werden kann. Leider hält die in den meisten Fällen nur kurz an.

Es gibt auch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Weil beim Einsetzen einer Penisprothese die Schwellkörper entfernt werden müssen, würde ich dringend davon abraten.

 

Das natürlichste Vorgehen ist Training!

Sex Life Coaching ist eine Möglichkeit hierzu.

 

 

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Stefan Leschner - Sexualtherapie und Sexualberatung bei Frankfurt